Neue Norm in der GPS-Welt: DIN EN ISO 25935:2026-03 – Regeln für gespannte Zustände als grundlegend überarbeiteter Nachfolger zur DIN EN ISO 10579 – Nicht formstabile Bauteile
Mit der DIN EN ISO 25935:2026-03 liegt ein bedeutender Entwurf für alle vor, die sich mit Geometrischer Produktspezifikation (GPS) beschäftigen. Die Norm adressiert ein Thema, das in der industriellen Praxis immer wichtiger wird: gespannte Zustände von Bauteilen. Während viele GPS‑Regeln bislang davon ausgehen, dass Werkstücke vollkommen starr sind, zeigt die Realität in zahlreichen Anwendungen ein anderes Bild. Genau hier setzt die neue Norm an – und bietet einen strukturierten Rahmen, um Verformungen korrekt zu spezifizieren.
Warum eine Norm für „gespannte Zustände“?
Die Grundlage vieler GPS‑Regelwerke ist der Grundsatz des starren Werkstücks gemäß ISO 8015:2011. Dieser besagt, dass Bauteile im Normalfall als vollkommen steif betrachtet werden – also mit theoretisch unendlicher Steifigkeit. In diesem Zustand wirken keine äußeren Kräfte, und die Geometrie bleibt unverändert.
Doch in der Praxis sieht es oft anders aus:
- Bauteile verformen sich unter Kontaktkräften mit Gegenstücken
- Schwerkraft beeinflusst die Form
- Montagekräfte oder Betriebsbelastungen führen zu messbaren Abweichungen
- Dünnwandige oder flexible Komponenten reagieren empfindlich auf kleinste Einflüsse
In all diesen Fällen ist die Annahme eines starren Werkstücks nicht nur ungenau, sondern kann zu Fehlinterpretationen, Funktionsproblemen oder unnötigen Toleranzverschärfungen führen.
Die neue DIN EN ISO 25935:2026-03 schafft hier Abhilfe, indem sie klare Regeln definiert, wie Bauteile in gespannten Zuständen spezifiziert werden können – also in Zuständen, in denen sie bewusst unter definierten Kräften oder Bedingungen betrachtet werden.
Was regelt die neue Norm konkret?
Die Norm legt fest:
- wie gespannte Zustände definiert und beschrieben werden
- wie GPS‑Spezifikationen anzuwenden sind, wenn Bauteile nicht im unverformten Zustand betrachtet werden
- wie funktionale Anforderungen berücksichtigt werden, wenn Verformungen nicht vernachlässigbar sind
- wie Konstruktion, Fertigung und Qualitätssicherung einheitlich kommunizieren können
Damit schafft die Norm eine gemeinsame Sprache für alle Beteiligten – von Konstruktion über Fertigung bis hin zur Messtechnik.
Für wen ist die Norm besonders relevant?
Die DIN EN ISO 25935:2026-03 ist ein wichtiger Baustein für Branchen, in denen Bauteile:
- dünnwandig
- flexibel
- großflächig
- funktionskritisch unter Last
sind. Dazu gehören unter anderem:
- Automobilindustrie
- Luft- und Raumfahrt
- Maschinenbau
- Medizintechnik
- Kunststoff- und Blechverarbeitung
Überall dort, wo Verformungen die Funktion beeinflussen, bietet die Norm einen klaren Vorteil.
Warum Sie jetzt aktiv werden sollten?
Der Entwurf der Norm ist veröffentlicht – und Ihre Meinung ist gefragt. Die Kommentierungsphase bietet die Chance, eigene Erfahrungen, Anforderungen und Verbesserungsvorschläge einzubringen. Gerade weil gespannte Zustände in vielen Industrien ein sensibles Thema sind, ist eine breite Beteiligung entscheidend.
Call to Action: Jetzt informieren, herunterladen und kommentieren
Besuchen Sie die DIN‑Homepage, laden Sie den Entwurf der DIN EN ISO 25935:2026-03 herunter und bringen Sie Ihre Expertise ein. Jede Rückmeldung trägt dazu bei, eine praxisnahe und zukunftsfähige Norm zu gestalten.
Hier geht’s zur DIN‑Website:
Der Link zum Download ist nur bis zum 12.4.2026 verfügbar.
Link: Entwürfe
Nutzen Sie die Gelegenheit, die Norm aktiv mitzugestalten und die GPS‑Welt ein Stück präziser und praxisgerechter zu machen.
